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Reisen mit Reise Rat

Unser Reise-Briefkasten

Auch Sprichwörter können sich widersprechen. Da heißt eines: "Wer lang fragt, geht lang irr." Und ein anderes: "Besser einmal fragen als zweimal irre gehen".

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Wir geben Antwort - wenn wir eine Antwort kennen oder erfragen können. Das geht leider nicht immer von einem Tag zum anderen. Und manchmal gar nicht. Aber auch dann melden wir uns.

Gut vermarktete Romantik

Die "Romantische Straße" ist - so hört man - 50 Jahre alt. Aber als Verkehrsverbindung ist sie doch älter? Oder wurde sie eigens gebaut?

Oliver Zweigart, Landsberg

Eine Straße von Würzburg über Rothenburg, Dinkelsbühl und Augsburg nach Füssen gibt es seit dem Mittelalter. "Romantische Straße" nannte man diese Strecke 1950 aus rein werbewirksamen Vorstellungen. Kommunalpolitiker und Verkehrsdirektoren wollen Besuchern aus dem Ausland zeigen, daß dieses böse Deutschland doch auch liebe Züge hat -zumindest, wenn man die romantische Vergangenheit betrachtet.

Im Dinkelsbühler "Wörnitzboten" las sich das so: "Die für den Fremdenverkehr verantwortlichen Männer der Städte Würzburg, Weikersheim, Creglingen, Rothenburg, Dinkelsbühl, Nördlingen, Harburg, Donauwörth, Augsburg und Füssen gründeten eine Arbeitsgemeinschaft. Unter dem Leitwort "Die romantische Straße zwischen Main und Alpen" soll durch gemeinsame Werbemaßnahmen der Fremdenverkehr, vor allem aber der Strom der Ausländer, mehr als früher die alte Reichsstraße entlang geführt werden."

Doch ein Redakteur jener Zeitung zeigte im Rothenburger Lokalteil deutliche Skepsis an der höchst ehrenwerten Intention vom "anderen Deutschlandbild" und den romantischen Träumen, die bei Ausländern auf dieser Straße wach werden sollten. Er meinte: "Bei näherem Nachdenken steigen einige Zweifel auf. Enthüllt diese Idee nicht zu viel Sentimentalität und Pathos?"

Die Frage wurde von den Reisenden aus aller Welt schnell beantwortet, als man sie nun fleißig mit Begriffe wie Gemütlichkeit, Geschichte und Romantik bekanntmachte: Die "Romantische Straße" wurde zur touristischen Route schlechthin. Anderswo möchte man das Erfolgsrezept durchaus kopieren, aber bis jetzt gab es bei anderen touristischen Straßen keine solch zündende Idee, kein solch schlüssiges Konzept, oft auch keine so professionelle Realisierung - denn bei weit über hundert ähnlichen Initiativen blieb bislang der große, vor allem der internationale Durchbruch aus.

Romantik - auch wenn niemand so genau sagen kann, was das eigentlich ist - zieht eben auch im Tourismus. Dieter Marx von der Arbeitsgemeinschaft: "Der Name drückt aus, was viele der in- und ausländischen Gäste beim Anblick mittelalterlicher Städte oder des Traumschlosses Neuschwanstein empfinden: Faszination und das Zurückversetzen in alte Zeiten."

Für zahllose Gäste aus Asien und den USA gehört die Route zum Pflichtprogramm einer Europareise. In den Orten entlang der Romantischen Straße werden heute pro Jahr rund fünf Millionen Gäste-Übernachtungen registriert. Die Zahl der Tagesausflügler ist rund fünfmal so hoch. Experten schätzen das Umsatzvolumen in Milliarden, die Zahl der gesicherten Arbeitsplätze auf 15 000. Damit erweist sich die Perlenschnur der Romantik als glänzende Vermarktungs-Idee.

Über einige deutsche Ferienstraßen lesen Sie in diesem Jahr in REISERAT noch mehr.

Urlaub mit Ruten

Zu vielen Hobbys gibt es Urlaubskurse. Warum nicht - was mich besonders interessieren würde - zum Wünschelruten-Gehen?

Marianne Schübel, Niederstetten

Gibt es doch! Im Oberpfälzer Wald können Wünschelrutengänger und solche, die es werden wollen, ihr Strahlen- und Rutengefühl testen - im Stadtpark von Neunburg. Rutenmeister Karl Dietl bietet auch Kurse an. Telefon: 09672 - 92 08 21.

Feministinnen des Mittelalters

Die UNESCO habe - so las ich dieser Tage - zur Jahrtausendwende 13 belgische Beginenhöfe zum "Weltkulturerbe" deklariert. Sehr brav! Nur, bitteschön, was sind Beginenhöfe?

Hans-Joachim Stachelski, Besigheim

Beginenhöfe sind in Deutschland kaum noch bekannt. Es handelt sich in Belgien um zumeist schöne, alte, kunstvolle Bauwerke, in denen Damen lebten und ohne Segen des Papstes religiöse Gemeinschaften bildeten. Die Beginen-Bewegung entstand im 12. Jahrhundert. Die Damen führten -ganz im Gegensatz zu Nonnen - ein eigenständiges Leben in einer schon im Mittelalter durchaus demokratischen Gemeinschaft. Einfache Mädchen, die sich der Verbindung mit einem ungeliebten Mann entziehen wollten oder die - ohne Mitgift - zu arm waren, um zu heiraten, fanden in den Höfen ebenso Zuflucht wie adelige Witwen.

Trotz großer Standesunterschiede hatten alle Beginen gleiche Rechte und Pflichten. Die demokratische Struktur half, um gegenüber der Männerwelt in weltlichen wie kirchlichen Sphären die nötige Stärke zu zeigen. In Beginenhöfen gefaßte Beschlüsse mußten vom Magistrat der jeweiligen Stadt respektiert werden.

Während die Bewegung in Deutschland und Frankreich das 14. Jahrhundert nicht überlebte, hatten die belgischen Höfe - vor allem in Flandern - im 16. und 17. Jahrhundert ihre Blütezeit. Damals entstanden jene Höfe, die nun zum Weltkulturerbe ernannt wurden.

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