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Reisen mit Reise Rat·Thema des Monats Oktober 2009

Kreuzfahrt ins Gigantische

Am 28. Oktober, abends, lief in einer Werft in Finnland das bisher weltweit größte und teuerste Kreuzfahrtschiff vom Stapel: Die "Oasis of the Seas" der Royal Caribbean Cruise Line. 365 Meter lang, 47 Meter breit, 65 Meter hoch. Das Schiff hat 16 Decks, Sandstrand an einem der vier Schwimmbecken, einen Rummelplatz und einen Park mit echten Bäumen. Es ist eine schwimmende Stadt für 6360 Bewohner.

Noch keine Generation ist es her, da war das Kreuzfahren ein beschauliches und überschaubares Ferienabenteuer. Mit Schiffen, die in die meisten Häfen passten, und einer zählbaren Zahl von Passagieren.

Diese Schiffe gibt es allerdings immer noch. Sie werden nach wie vor gebaut. Auf unseren Seiten mit den Nachrichten von unterwegs können Sie lesen, dass im Dezember die "Silver Spirit" auf Jungfernfahrt geht. Sie hat Platz für 540 Passagiere und ist damit, soviel wir sehen, das größte Schiff der "Silversea Cruises". Die Schwesterschiffe haben alle nur Kabinen für 300 bis 400 Passagiere, und das war vor Jahren absolut genug für einen Kreuzfahrt-Dampfer, auf dem man angenehm fahren und mit dem man viele Häfen anlaufen konnte, um möglichst jeden Tag Neues zu sehen.

Ab 1891 kamen die berühmten "Europas" in den Dienst: Von Nummer eins im historischen Jahre 1891 bis zur "Europa" Nummer sechs - 1999. Da wurden es von Schiff zu Schiff mehr Passagiere. Die erste "Europa" hatte Platz für 220 Fahrgäste, die vierte, die den Übergang vom Linien- zur Kreuzfahrtbetrieb markierte und 1966 in Dienst kam, konnte 360 Fahrgäste unterbringen. Und die sechste von 1999, die nach dem "Berlitz Guide" heute als das beste Kreuzfahrtschiff der Welt gilt, hat Platz für 400 Fahrgäste.

Aber was ist diese Vergrößerung gegenüber den Schiffen, die - neben den vergleichsweise kleinen Dampfern der "Silversea Cruises" - heute mehr und mehr üblich werden? Kreuzfahrtschiffe mit vierstelligen Passagierzahlen sind keine Besonderheit mehr. Die "Queen Mary II" kann 2600 Passagiere unterbringen, die "Voyager of the Seas" fasst 3800 Gäste. Die "Freedom of the Seas", die "Liberty of the Seas" und die "Independence of the Seas" bringen 3600 Passagiere unter.

Und nun schwimmt als unbestrittene Rekordhalterin die "Oasis of the Seas" mit über 6000 Kabinenplätzen herum.

Das alte Kreuzfahrtvergnügen funktioniert da nicht mehr: Das fast tägliche Aussteigen in kleinen Häfen, um sich vergnügt die fremde Welt anzusehen. Die großen Schiffe passen da nicht mehr hinein. Und wenn, dann überfluten die Tausende von Passagieren den Hafen und die Umgebung.

Der Reisejournalist Thorsten Windus-Dörr beschreibt solch ein Erlebnis in Ocho Rios auf Jamaica: "Ein amerikanisches Kreuzfahrtschiff entließ seine Passagiere in den kleinen Ort; es waren nur etwa 1500. In wenigen Minuten fielen sie wie Heuschrecken über den kleinen Hafen her, besetzten jedes Lokal, jedes Geschäft, jeden Juwelenladen. Unvorstellbar, wenn hier einer der neuen Megaliners anlegt, die in den USA gerade fertiggestellt werden. Die neue "Oasis of the Seas" wird auf ihrer ersten siebentägigen Fahrt nur drei Häfen ansteuern. Das hängt einmal damit zusammen, bewusst die Schiffe selbst zur Destination machen zu wollen. Andererseits aber auch damit, dass immer weniger Häfen von solchen Riesenlinern angefahren werden können. Das Schiff braucht breitere Piers und tiefere Hafenzufahrten. Und das Aus- und Einschleusen so vieler Passagiere ist ein echtes logistisches Problem."

Kein Zweifel: Wer eine Kreuzfahrt des guten alten Stils sucht, dabei möglichst überall Land und Leute kennenlernen will, der wählt tunlichst ein bescheideneres Schiff. Wer freilich noble, abwechslungsreiche Mega-Partys mehr schätzt als die interessantem Ausflüge - der nimmt einen möglichst großen Dampfer.

Thorsten Windus-Dörr meint dazu: "Wenn das Schiff selbst das Ziel ist, warum muss es dann überhaupt noch aus dem Hafen? Und warum dann überhaupt noch ein Schiff? In einem Hotel, das dem Preis einer Kreuzfahrt entspricht, habe ich doch mehr Platz als in den meisten Kabinen. Aber solche Überlegungen stellt wohl nur ein Selten-Kreuzfahrer wie ich an."

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