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Reisen mit Reise Rat·Thema des Monats Mai 2008

Der überfüllte Pilgerpfad

Der Jakobsweg im Norden Spaniens war seit tausend Jahren ein wenig bevölkerter, beschaulicher Pfad für Menschen, die das Besinnliche lieben. Jetzt muss man vor ihm warnen: Er ist zur überfüllten Chaos-Strecke geworden. Schuld ist Hape Kerkeling. Aber er kann nichts dafür.

Fernseh-Komikstar Hans-Peter ("Hape") Kerkeling wurde 2001 krank. Es gab Probleme mit der Gallenblase, einen Hörsturz. Es war höchste Zeit, in die harte Fernseh-Arbeit eine längere Urlaubspause einzulegen. Kerkeling nutzte das, um einen alten Plan wahrzumachen: Er ging im Juni und Juli 2001 auf Wanderung. Auf dem Jakobsweg. Es waren 630 km, bis er Santiago de Compostela erreicht hatte.

Während der langen Wanderung hatte Kerkeling die Ruhe, viel bei sich selbst zu überprüfen und auch sein persönliches Glaubensbekenntnis zu konkretisieren. Seine wichtigste Erkenntnis: "Ich habe Gott getroffen".

Wieder zuhause, schrieb er alles nieder, was er pilgernd erlebt hatte, und bot es dem Piper-Malik-Verlag als Buch an. Titel: "Ich bin dann mal weg". Der Verlag war skeptisch und druckte zunächst 50.000 Bücher - in der Hoffnung, diese im Lauf der nächsten Jahre zu verkaufen.

Doch dann geschah völlig Unerwartetes: Kerkelings Buch schoß pfeilgerade an die Spitze der Bestseller-Liste. Dort steht es nun seit vollen zwei Jahren. Und der Verlag hat inzwischen mehr als drei Millionen Exemplare verkauft.

Und nun ereignete sich, was auch nicht vorauszusehen war: Der Jakobsweg kam durch das Buch in Mode. Waren 2005 rund 8000 Deutsche auf dem Jakobsweg unterwegs, so waren es 2007 schon an die 15.000. Billigflüge wurden angeboten, viele Busreisen, organisierte Fahrten. Insgesamt zählte man im vergangenen Jahr rund 115.000 Pilger. Und das ist zuviel für den Jakobsweg.

Der Paderborner Freundeskreis der Jakobspilger, der sich immer sehr für Pilgerreisen auf dem Jakobsweg eingesetzt hat, rät nun zur Zurückhaltung. "Der Weg droht zu kollabieren" sagt Jochen Schmidtke vom Freundeskreis. Die Quartiere direkt am Pilgerpfad, die Restaurants unterwegs haben schon viel zu oft keine Plätze mehr.

Und den Interessenten, die sich gern zum Pilgern aufmachen würden, kann man nur raten: Suchen Sie sich fürs erste einen anderen Pfad!

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