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Reisen mit Reise Rat·Thema des Monats Juni 2009

Moderne Brücke gegen historischen Ruf

Die UNESCO hat es in der Hand, in manchen Städten, zuweilen sogar in ganzen Gebieten, die Gefühle hochzuspülen - mal positiv, mal negativ. Hoch erfreut ist zur Zeit die Schwäbische Alb, deprimiert und wütend die Stadt Dresden.

Am 25. Juni tagte das Welterbe-Komitee der UNESCO in Sevilla. Am 26. Juni bekamen In Baden-Württemberg der Ministerpräsident und der Minister für den Ländlichen Raum eine Urkunde. Nach dieser wurde ein zentraler Teil der Schwäbischen Alb als eines von 15 deutschen UNESCO-Biospären-Reservate anerkannt: "Ein modellhafter Zukunftsentwurf für eine Region, die sich einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben hat."

Nun war dies nicht das erste Mal, dass sich die UNESCO mit der Schwäbischen Alb beschäftigt hat. Schon 2002 wurde die ganze, komplette Alb zum "Nationalen Geo-Park" erklärt - als einer von sieben solcher Parks in Deutschland. Auch diese Wahl ging unter den Aspekten der UNESCO vor sich.

Derartige Auszeichnungen nutzen dem Tourismus - zumindest jener Art von naturbetontem Fremdenverkehr, der gerade dort geschätzt ist. Die Leute von der Schwäbischen Alb sind drum auf die UNESCO gut zu sprechen.

Die Bürger von Dresden sind es gar nicht - ebenfalls seit den 26. Juni. Denn da nahm die UNESCO dem Elbtal und damit auch der Stadt Dresden den Titel eines UNESCO-Welterbes wieder weg. Nach fünf Jahren.

Der Grund ist ein eine neue Brücke, die da dem Autoverkehr zuliebe über den Fluss gebaut wird. Die UNESCO fand die Brücke durchaus nicht welterbe-gerecht und bat um eine andere Lösung. Mit ausreichender Frist.

Aber schon da fanden sich die Dresdner schlecht behandelt und schimpften. Ob denn die UNESCO so über ihr Stadtplanung herfallen dürfe? Und ob denn das, was da jetzt gerade gebaut wird, nicht eine wunderschöne Brücke sei?

Die Frage ist schnell beantwortet: Es ist eine schöne Brücke, ganz modern, geradezu genial in der eleganten technischen Linienführung. Und sie passt zur historischen Stadt Dresden wie eine delikate Hummersoße zu einer Schwarzwälder Kirschtorte.

Beides ist ein Genuss für Kenner. Aber zusammen auf einem Teller? Franz von Assisi soll derartige gastronomische Kompositionen geliebt haben - aus Demut.

Dass eine neue Autoverbindung zwischen beiden Ufern der Elbe nötig ist, steht außer Zweifel. Ein Tunnel, der in einem flachen Fluss gegraben werden kann und gar nicht gebohrt werden muss, wäre einfacher als eine Brücke. Wohl auch billiger. Hamburg hat das mehrfach vorgemacht. Doch so modisch wie die Brücke wäre der Tunnel natürlich nicht.

Andererseits würde er aber auch keinen Anlass liefern, von der UNESCO blamiert zu werden.

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