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Reisen mit Reise Rat·Thema des Monats August 2009

Bayreuths prachtvollste Tage

Es ist, so dachten wir uns, sicher gestattet, als "Thema des Monats" auch mal einen Geburtstagsgruß zu senden - zumal er sich an eine ganz erstaunliche Dame richtet. Die wäre in diesen Tagen 300 Jahre alt geworden.

Es ist die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth. Sie war es (und nicht etwa der hundert Jahre spätere Richard Wagner), die aus dem verschlafenen Bayreuth in wenigen Jahren eine Residenz der großen und feinen Kunst machte. In ihrem Fall war es Kunst in Stil von Barock und Rokoko.

Sie war eine Tochter des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. und die Lieblingsschwester Friedrichs des Großen. Sie hatte eine harte und böse Jugend. Mit 20 Jahren zwang dann die Familie sie, den Erbprinzen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth zu heiraten. Traurig zog sie in die bescheidene oberfränkische Residenz, eine Zentrale höfisch-ländlicher Langeweile.

Doch in dieser tristen Atmosphäre entdeckte sie ihre Talente, ihre Begabungen, ihren Kunstsinn. Sie fand ihr großes Talent für barocke Architektur, das sie wohl von zuhause mitgebracht hatte. Noble, repräsentative Bauten im französischen Stil jener Zeit schmückten nun nach und nach das kleine Bayreuth: Die Eremitage, das neue Schloss, das Opernhaus (die nach wie schönste barocke Opernstätte diesseits der Alpen). Bayreuth wurde eine der glänzendsten Residenzen in Deutschland. Der Baustil wurde berühmt; man spricht vom "Bayreuter Rokoko".

Als die ersten neuen Bauten standen, konnte Wilhelmine ihrem Interesse für Wissenschaft und Philosophie nachgehen. Ihr Mann und sie luden Geistesgrößen aus ganz Europa an ihren Hof. Er wurde in kurzer Zeit der Treffpunkt geistvoller wie musischer Talente. (Wilhelmine lernte dann auch Voltaire kennen und wechselte viele Briefe mit ihm.) Mit ihrem Mann gründete sie die Friedrichs-Universität.

Wie ihr Bruder, Friedrich der Große, war sie ein großes musikalisches Talent. Perfekt spielte sie die Laute und begann nun auch, zu komponieren. Sehr eindrucksvolle Opern entstanden. Zu einigen dichtete die schreibgewandte Wilhelmine auch das Libretto. In der "Argenore", ihrer wohl erfolgreichsten Oper, setzte sie die problematischen Jahre ihrer Jugend in Musik um.

Bayreuth mit seinem nach wie vor prächtigen Opernhaus und dessen erstklassiger Bühnentechnik (was man allerdings in den nächsten Jahren restaurieren muss) wurde nun auch eine Hauptstadt musikalischer Erlebnisse und damit im ganzen Abendland bekannt. Zu Ehren von Wilhelmine finden in diesem Jahr besonders viele Aufführungen statt, aber auch Ausstellungen und kunstvolle Konferenzen. Ein musikalisches Fest folgt dem anderen bis weit in den Herbst hinein.

Mit der Politik hat sich die hochbegabte Dame leider nie beschäftigt. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrem schöpferischen Talent hätte sie auch da viel Positives bewirken können. Aber so etwas war damals einfach noch nicht üblich.

Heute ist es sehr viel üblicher. Aber da fehlen uns nun leider die großen Begabungen.

Mehr Informationen: www.wilhelmine.bayreuth.de

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