—–   Hier finden Sie Informationen über Urlaub und Reisen, Ferien und Freizeit - Das Thema des Monats   –—

 

Reisen mit Reise Rat·Thema des Monats September 2009

Panne zum Geburtstag

In diesen Monat fällt ein bedeutender Geburtstag: New York wird 400 Jahre alt.

Das jedenfalls behaupten die New Yorker und feiern entsprechend mit Parties und Paraden. Nur: So ganz stimmt das nicht.

Allerdings ist richtig, dass der Kapitän Henry Hudson im September 1609 mit seinem "Halve Maen", einem holländischen Dreimaster, an der Südspitze der indianischen Insel Manahata landete. Das ist genau 400 Jahre her. Aber an so etwas wie die Gründung von New York dachte damals noch kein Mensch. Hudson suchte nur, wie schon Kolumbus, einen Wasserweg nach Südostasien. Da war er sehr eigensinnig, denn seine Auftraggeber, Kaufleute in Amsterdam, hatten ihm aufgetragen, ganz anders zu segeln: nördlich von Russland nach Osten.

Nun, aus alledem wurde nichts. Hudsons Reise, die auf Manhattan endete, brachte den Auftraggebern nur Kosten ein. Ein Seeweg nach Asien fand sich dadurch nicht und die Lenape-Indianer in Manahata kauften die amsterdamer Waren nicht. Allerdings fanden die Niederländer mit der Insel Manahata ein neues Gebiet, um Auswanderer anzusiedeln, aber das mussten sie den Lenapes erst abkaufen.

Sie bekamen es billig: Die ganze Insel, die heute "Manhattan" heißt, für Waren im Wert von 60 Gulden. Aber bis die Ansiedler dann dort New York gründeten, verging doch noch einige Zeit. Sie nannten die winzige Siedlung, die zunächst da entstand, ihrer Heimat zuliebe "Neu Amsterdam". Und die neue Heimat gefiel ihnen sehr. Vieles in New York hat noch heute niederländische Anklänge: "Brooklyn" hieß "Breukelen", die "Pancakes" haben ihren Namen von den "Pannenkoeken". Die orange-blau-weiße Flagge des Staates New York ist die Fahne der alten niederländischen Republik. Und das New Yorker Banksystem knüpft unmittelbar an das 1611 in Amsterdam entstandene erste Banksystem der Welt an.

Immerhin war es ein Deutscher, der die Stadt gründete, die jetzt feiert: Ein Herr namens Peter Minnewit. Und dass er New York gar nicht vor 400 Jahren gründete, sondern als "Neu-Amsterdam" erst im Jahre 1626 (die Stadt also erst 2026 ihr Vierhundertjähriges feiern dürfte), das spielt da keine große Rolle mehr.

Oder doch? Dumm ist ja, dass New Yorks zu früh gefeierter festlicher Geburtstag durch seine Vorverlegung mit der gegenwärtigen, der schlimmsten Bankenkrise zusammentrifft. Das ist kein schönes Geschenk. Oder hat auch das Symbolwert und will besagen: Noch ist es ja gar nicht so weit?

Das New Yorker Magazin "TimeOut" bemerkte anlässlich des Geburtstags ohne böse Gedanken, aber sehr richtig: "New Yorker wie Amsterdamer verbeugen sich vor dem Altar des Geldes".

Da hatten sich die Amsterdamer mit ihrer Geburtsagsgabe wohl ein wenig vergriffen. War die Verbeugung zu tief?

Reisen mit Reise Rat
Thema des Monats August 2009
Reisen in Deutschland | Reisen in Europa
Reisen in aller Welt | Reisegebiete
Aktuelles | Reisebücher | Reisen mit Familie
Lastminute-Reisen online buchen | Extra-Themen
Inhalt | Sitemap | Volltextsuche

Diese Reiserat-Themen könnten Sie auch interessieren:


Impressum - Redaktion: PhiloPhax / Suchmaschinenoptimierung / Text- Lauftext
Weitere Publikationen: Schwarzwald.net     Neckarkiesel
Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.

Lauftext-Suche
Viel Spaß mit Reise Rat!